«Potentiale erkennen, Entwicklung verstehen» – Spaziergang in Wädenswil Ost / Zentrum

Spaziergänge durch die Ortsteile

Auf den Spaziergängen geht es darum, vor Ort Potentiale der Siedlungsentwicklung zu erkennen und Entwicklungsansätze zu verstehen. Die Planungsverantwortlichen weisen auf wichtige Punkte und Ansätze der Gesamtrevision der Nutzungsplanung hin und diskutieren mit Ihnen Fragen einer guten Stadtentwicklung «im Feld». Die Spaziergänge dauern rund zwei Stunden (ohne Verpflegung). Eine Anmeldung ist notwendig.

Details zu Treffpunkt und Ablauf erhalten Sie Ende Juni zusammen mit der Anmeldebestätigung.‍

Infos

Thursday
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9
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July
2020
2020
18:00 – 20:00 Uhr
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«Potentiale erkennen, Entwicklung verstehen» – Spaziergang in Wädenswil Ost / Zentrum

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"Spaziergänge zeigen, wo die Herausforderungen für die neue Nutzungsordnung liegen"

Bei schönstem Sommerwetter konnten wir vor den Sommerferien die vier Spaziergängen durch Hütten und Schönenberg, die Au, Wädenswil West und Wädenswil Ost doch noch durchführen. Es hat sich mehr als gelohnt, wie die vielen positiven und teils begeisterten Reaktionen der Teilnehmenden bestätigen. Denn wie das Bild von Wädenswil entstanden ist und was Bauen bedeutet, lässt sich am besten vor Ort zeigen und erklären. Stadtrat Heini Hauser, Rita Newnam und Sandro Capeder von der Abteilung Planen und Bauen haben zusammen mit den beauftragten Planungsbüros vier interessante und lehrreiche Routen durch Wädenswil zusammengestellt. Die spannenden Diskussionen auf den Spaziergängen zeigten, wie komplex und verschieden die Aufgabenstellung des "Stadtmachens" in den Ortsteilen von Wädenswil ist und wie stark sich Vorstellungen vom passenden Bauen unterscheiden. An den vier je gut zweistündigen Spaziergängen haben insgesamt 40 Personen teilgenommen.

Als Fazit lässt sich festhalten: Wädenswil hat unglaublich schöne Wohnlagen, vielfältige Siedlungen und Einfamilienhausquartiere, beeindruckende Grün- und Naturräume und wichtige historische Perlen. Diese Qualitäten zu sichern ist einfacher gesagt als getan. Zum einen klaffen Renditevorstellungen und Vorgaben einer qualitätsvollen Innenentwicklung auseinander - die wunderbare Aussichtslage in weiten Teilen von Wädenswil trägt ihren Teil dazu bei. Zum andern stammen die gültigen Bauvorgaben aus einer anderen Zeit. Was heute eine nachhaltige Stadtentwicklung fordert, kann damit nicht immer erreicht werden. Deutlich wurde aber auch: Gute Lösungen finden und gut bauen ist immer möglich. Es gelingt dann, wenn das Haus oder die Siedlung nicht nur sich selbst genügt, sondern darüber hinaus einen Beitrag für den Ort und den Alltag der Leute leistet und eine gute und werthaltige Architektur anstrebt.

Am 9. Juli fand der vierte und letzte Spaziergang statt. Er führte durch Wädenswil Ost. Start war bei der Forschungsanstalt Agroscope. Der Weg führte in einem grossen «S» via Unterer Leihof ins Zentrum von Wädenswil. Schlusspunkt des Rundgangs bildete der Rosenmattpark. Glücklich kann sich eine Stadt schätzen, die in ihrem Zentrum über mehrere derartig schöne Parkanlagen verfügt. Am Start des Rundgangs erklärte Heini Hauser den Anwesenden Ziel und Zweck der Gesamtrevision der Nutzungsplanung. Mit Blick auf ein gelungenes Beispiel einer baulichen Verdichtung wies er auf die bestehenden Ausnutzungsreserven der gültigen BZO hin und meinte, dass das eine vorsichtige Erhöhung der Ausnutzung in der neuen BZO bedingt. Der Spaziergang fand an einem wirklich heissen Sommerabend statt. Eindrücklich war daher die kühlende Wirkung des Tobels, dass wir passierten. Die Tobel sind als Kaltluftkorridore für Wädenswil überaus wichtig. Auch prägen diese markanten Grünräume Wädenswil und strukturieren das Siedlungsgebiet. Wie auf allen Spaziergängen widmeten sich wichtige Ausführungen auch hier dem sogenannten Zürcher Untergeschoss und den Folgen, die das Absenken der untersten Wohnetage unter das Strassenniveau nach sich zieht. In der künftigen BZO soll davon Abstand genommen werden, um eine höhere Wohn- und Siedlungsqualität zu erreichen und den Bezug der Gebäude zur Strasse und zum öffentlichen Raum zu erhöhen. Ohne dass deswegen die Ausnutzung massgeblich kleiner wird. Das Thema der Erdgeschosse wurde im Zentrum deutlich. Stadtpräsident Philipp Kutter wies dabei auf Möglichkeiten und Grenzen des Einflusses der Stadt auf attraktive und belebte Erdgeschossnutzungen hin. Es stellte sich die Frage, für wen die Erdgeschosse erstellt werden und wer sich diese leisten kann. Einhellige Meinung war, es braucht bei der baulichen Verdichtung im Zentrum attraktive Grünflächen mit Bäumen, die Schatten spenden und Nutzungen auf der Erdgeschossebene mit einer hohen Kundenfrequenz. Zum Abschluss fasste Sandro Capeder die Ziele der Stadt für die Revision der Nutzungsplanung zusammen: Wädenswil möchte die gewachsene Siedlungsstruktur mit ihren differenzierten Ortsteilen und Quartieren erhalten, pflegen und in ihren Qualitäten sichern und fördern. Zudem sollen bei grösseren Bauvorhaben höhere Qualitätsanforderungen eingefordert werden als in der Regelbauweise.

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